Monitoring und Master-Sektion
Studio-Lautsprecher und Foldback
Dieser Teil des Master-Moduls steuert die Ausgänge Studio Loudspeaker und Foldback. Für beide stehen dieselben Quellen zur Verfügung: TAPE 1, TAPE 2, CONTROL ROOM (C/RM), AUXILIARY A und AUXILIARY B.
TAPE 1 und TAPE 2 sind externe Eingänge des Mischpults, die typischerweise für einen Stereo-Recorder oder eine andere Wiedergabequelle mit Line-Pegel verwendet werden. C/RM wählt den Control-Room-Monitorausgang als Quelle. Dadurch kann der MIX über die Studio-Lautsprecher wiedergegeben oder schnell ein Foldback-Mix erstellt werden, dem AUX A und AUX B nach Bedarf hinzugefügt werden.
AUX A und AUX B sind Monoquellen, die unabhängig für die linke und rechte Seite der Studio-Loudspeaker- oder Foldback-Ausgänge ausgewählt werden können.
Jeder Ausgang besitzt einen eigenen Pegelregler. Studio Loudspeaker besitzt einen ON-Schalter. Die beiden Foldback-Ausgänge besitzen SOLO-Schalter, mit denen ihre Mixe über die Control-Room-Monitore geprüft werden können; Foldback SOLO ist immer AFL.
- SOURCE SELECT — wählt die Signale, die an Studio Loudspeaker und Foldback-Ausgänge gesendet werden.
- LEVEL — stellt die Pegel der Studio-Loudspeaker- und Foldback-Ausgänge ein.
- Studio Loudspeaker ON — aktiviert den Studio-Loudspeaker-Ausgang.
- FOLDBACK 1 SOLO — hört Foldback 1 über das Control-Room-Monitoringsystem ab.
- FOLDBACK 2 SOLO — hört Foldback 2 über das Control-Room-Monitoringsystem ab.
Control-Room-Monitoring
Das ASP8024 unterstützt vier Lautsprecherpaare: ein MAIN-Paar sowie ALTERNATE 1, 2 und 3. Als Quelle können MIX oder TAPE 1, 2 und 3 gewählt werden.
Jedes Lautsprecherpaar besitzt einen unabhängigen Pegelregler. Die Main-Monitor-Sektion bietet außerdem:
- MONO zur Prüfung der Monokompatibilität.
- Getrennte CUT LEFT- und CUT RIGHT-Steuerungen.
- Einen zentralen CUT, der den Monitoring-Ausgang stummschaltet.
- DIM, das den Monitorpegel um 15 dB reduziert.
Oszillator und Solo
Oszillator
Der Vierfrequenz-Oszillator kann direkt entweder den Group Buses oder dem Stereo Mix Bus zugewiesen werden. Sein Pegel ist einstellbar. Es können Frequenzen von 40 Hz, 1 kHz, 10 kHz oder 15 kHz gewählt werden.
Stellen Sie im normalen Mischpultbetrieb sicher, dass der Oszillator auf OFF geschaltet ist.
Solo Master
Die Solo-Master-Sektion steuert die Systeme AFL/PFL und Solo In Place (SIP).
- PFL hört das Pre-Fader-Signal über Monitore und Master-Meter ab.
- AFL hört das Post-Fader-/Post-Pan-Signal über Monitore und Master-Meter ab.
- SOLO IN FRONT stellt das Verhältnis zwischen Solo-Signal und Stereo-Mix ein, sodass das ausgewählte Signal entweder isoliert oder mit einem Anteil des Mixes im Hintergrund gehört werden kann.
- SIP legt das Post-Pan-Signal solo geschalteter Kanäle auf den Stereoausgang des Mischpults und schaltet während des Solos den normalen Stereo-Mix stumm.
- Die PFL/AFL-Auswahl hat keine Wirkung, solange SIP aktiv ist.
SIP wirkt auf den Stereoausgang des Mischpults. Verwenden Sie Solo In Place nicht, während dieser Ausgang aufgezeichnet oder anderweitig als Programmmix benötigt wird, da die Solo-Aktion am Ausgang erscheint.
Kompressor
Der Stereokompressor kann bei Bedarf in den zentralen Stereo-Signalweg geschaltet werden. Er befindet sich nach dem Mix-Insert-Punkt und vor dem Master Fader. Er ist für die Mixbearbeitung vorgesehen, wobei die wichtigsten Parameter unter der Kontrolle des Engineers bleiben.
- Gain-reduction meter — ein 12-Segment-Bargraph, der die angewendete Gain Reduction anzeigt.
- THRESHOLD — stellt den Pegel ein, ab dem die Kompression beginnt, von -20 dBu bis +20 dBu.
- ATTACK — stellt in sechs Stufen von 0,1 ms bis 30 ms ein, wie schnell der Kompressor reagiert.
- RATIO — wählt 2:1, 4:1 oder 10:1. Bei 2:1 führt beispielsweise eine Eingangserhöhung um 2 dB oberhalb des Thresholds zu ungefähr 1 dB Pegelerhöhung am Ausgang.
- MAKE UP — stellt den Pegel nach der Gain Reduction wieder her. Es stehen bis zu 40 dB Make-up-Gain zur Verfügung; der Dynamikumfang des Signals bleibt reduziert, auch wenn sein Spitzenpegel wieder angehoben wird.
- RELEASE — stellt ein, wie schnell das Gain zum Normalwert zurückkehrt, nachdem das Signal unter den Threshold gefallen ist. Es stehen fünf abgestufte Zeiten von 0,1 s bis 2,4 s sowie AUTO zur Verfügung.
- IN — schaltet den Kompressor in den Signalweg.
Das ursprüngliche Handbuch warnt ausdrücklich vor übermäßiger Kompression und empfiehlt, das Ergebnis nach Gehör und nicht allein anhand der Meter-Aktivität zu beurteilen.
Es beschreibt außerdem zwei praktische Ansätze:
- Gain riding: Manuelles Bewegen des Master Faders kann manchmal ein natürlicheres Ergebnis liefern, da der Engineer musikalische Peaks vorhersehen und den Pegel schrittweise anpassen kann.
- Peak limiting: Ein relativ hoher Threshold mit hoher Ratio kann verwendet werden, um Peaks zu begrenzen, sobald der Threshold erreicht wird.
Stereo Inputs
Über die Stereo Inputs können Effekt-Returns und andere Stereosignale in das Mischpult eingebracht werden, ohne dafür einen vollständigen Kanalzug zu verwenden. Im Gegensatz zu einfachen Stereo Returns können sie sowohl zum Stereo-Mix als auch zurück zu den Multitrack-Bussen geroutet werden, sodass Effekte bei Bedarf mit aufgezeichnet werden können.
Sie können außerdem Foldback A und Foldback B speisen, sodass Performer Hall oder andere zurückgeführte Effekte hören können.
- ROUTING — sendet den Stereo Input zu den Multitrack-Bussen 1–12.
- SHIFT — schaltet die Routing-Tasten auf die Busse 13–24 um.
- F/B A — speist Foldback A.
- F/B B — speist Foldback B.
- TRIM — bietet ±20 dB Anpassung des Eingangspegels.
- LEVEL — Drehfader für den Stereo Input.
- MIX — sendet den Stereo Input zum Stereo Mix Bus.
- SOLO — hört den Stereo Input entsprechend dem ausgewählten Solo-Modus ab.
- CUT — schaltet den Eingang stumm und kann verwendet werden, um dessen Rauschanteil zu entfernen, wenn der Return nicht benötigt wird.
Bei einem 36-Kanal-Mischpult stellen die beiden Signalwege pro Kanal 72 Eingänge bereit. Die vier Stereo Inputs erhöhen die Anzahl verfügbarer Mix-Eingänge auf 80.
Subgruppen-Ausgänge und Fader
Die ersten acht Gruppen speisen außerdem acht Subgruppen-Ausgänge. Jede Subgruppe besitzt PAN, MIX, SOLO und CUT sowie einen eigenen Fader. Die Subgruppen-Ausgänge stehen direkt auf der Rückseite des Mischpults zur Verfügung und können außerdem dem Stereo-Mix zugewiesen werden.
Die Subgruppen besitzen rückseitige Insert-Punkte für externe Bearbeitung. Ihre Insert Returns können außerdem als zusätzliche Eingänge zum Stereo-Mix verwendet werden.
- PAN positioniert die Subgruppe im Stereobus.
- MIX weist die Subgruppe dem Stereo Mix Bus zu.
- SOLO hört die Subgruppe entsprechend dem gewählten Solo-Modus ab.
- CUT schaltet den Subgruppen-Ausgang stumm.
Der Subgruppen-Fader bietet am oberen Ende +10 dB Gain, wobei 0 dB die normale Arbeitsposition ist. Am unteren Ende des Faderwegs ist der Signalweg geschlossen.
Talkback
Talkback dient zur Kommunikation mit dem Studio, dem Foldback-System oder den Group-Ausgängen. Talkback zum Foldback-System funktioniert auch dann, wenn die Foldback-Pegelregler heruntergedreht sind.
- LEVEL — stellt den Talkback-Pegel ein.
- SLATE — routet Talkback zu den Gruppenausgängen, sodass Informationen zur Spuridentifikation aufgezeichnet werden können.
- SLS — routet Talkback zum Studio Loudspeaker.
- FB — routet Talkback zu den Foldback-Ausgängen.
Durch Drücken einer beliebigen Talkback-Taste werden die Control-Room-Monitore gedimmt. Dies hilft, Rückkopplungen zu vermeiden und verbessert die Verständlichkeit von Talkback, während die Mischpultausgänge unbeeinflusst bleiben.
Das ursprüngliche Handbuch gibt an, dass das Talkback-Mikrofon durch Setzen von Link 1 auf der PC10801-Platine phantomgespeist werden kann. Dafür ist Zugriff auf interne Mischpulthardware erforderlich. Öffnen oder verändern Sie das Mischpult nicht allein zum Ändern dieser Einstellung, sofern Sie nicht über die nötige Fachkenntnis für dieses Verfahren verfügen. Wenden Sie sich im Zweifel an den Audient Support oder einen erfahrenen Audient-Mischpulttechniker.
Auxiliary Masters
Die Auxiliary Masters regeln den Gesamtpegel der Aux-Ausgänge. So kann zunächst mit den einzelnen Kanal-Sends eine Balance erstellt und anschließend der gesamte Aux-Mix über seinen Master-Regler angepasst werden.
Jeder Aux-Ausgang kann SOLO geschaltet werden; Auxiliary Master SOLO ist immer AFL.
Durch Verknüpfen von Auxiliaries können Signale aus LF- und SF-Pfad dasselbe externe Effektgerät speisen, obwohl ein einzelner Aux Send jeweils nur einem Signalweg zugeordnet werden kann.
Folgende Link-Kombinationen stehen zur Verfügung:
- AUX 3 und AUX 5 → AUX 1
- AUX 4 und AUX 6 → AUX 2
- AUX 9 und AUX 11 → AUX 7
- AUX 10 und AUX 12 → AUX 8
Wenn Auxiliaries verknüpft werden, wird der links stehende Auxiliary zum übergeordneten Master. Wird beispielsweise AUX 3 mit AUX 1 verknüpft, verwenden Sie den AUX-1-Ausgang als Master-Ausgang.
Hinweis zur Quelle: Auf Seite 36 des ursprünglichen Handbuchs 8.21 steht „AUXs 10 and 11 can be linked to AUX 8“. Diese Web-Ausgabe verwendet AUX 10 und AUX 12 entsprechend der ungeraden/geraden Paarstruktur des Mischpults: 9/11 speisen 7 und 10/12 speisen 8.
Bus Master Trim
Die Bus Master Trims bilden die letzte Stufe der Pegelregelung für Signale, die zu den Gruppenausgängen geroutet sind. Jede Gruppe besitzt einen eigenen Bus Trim mit einem Bereich von ±10 dB.
Das Ändern eines Bus Master Trims verändert den Gesamtpegel des jeweiligen Gruppenausgangs, ohne die relativen Verhältnisse der Kanäle zu verändern, die diesen Bus speisen.
Master Fader
Der Master Fader regelt den Stereoausgang. Anders als bei den Kanalfadern liegt seine 0-dB-Position am oberen Ende des Faderwegs, da seine Hauptaufgabe darin besteht, am Ende eines Mixes ein Fade-out zu erzeugen.
Unter normalen Betriebsbedingungen sollte der Fader bei 0 dB vollständig geöffnet sein. Muss er deutlich zurückgezogen werden, weist das ursprüngliche Handbuch darauf hin, dass die den Mix Bus speisenden Pegel zu hoch sind und weiter vorne im Signalweg reduziert werden sollten.
Am unteren Ende des Faderwegs ist der Signalweg geschlossen und es wird kein Signal übertragen.