EVO Mixer und Routing
Die EVO Anwendung ermöglicht die computerbasierte Steuerung des latenzarmen Mixers des EVO 16, des Ausgangs-Routings, der Cue Mixes, digitalen Einstellungen, Talkback und Mikrofonvorverstärker.
Nach der Installation ist das EVO Symbol in der macOS Menüleiste bzw. im Windows Infobereich verfügbar. Öffnen Sie bei angeschlossenem EVO 16 den Mixer über die EVO Anwendung.
Unter aktuellen macOS-Versionen wird die Sample-Rate des EVO 16 über Audio MIDI Setup geändert. Unter Windows stehen Sample-Rate- und ASIO-Puffer-Einstellungen über die EVO Anwendung zur Verfügung.
EVO Mixer
Der EVO Mixer steuert, was Sie über die Ausgänge des EVO 16 hören. Mixer-Fader verändern den Monitoring-Mix; sie verändern nicht den Pegel des Audiosignals, das bereits von einem Eingang an die DAW gesendet wird.

Kanalsteuerung
Mixer-Kanäle stellen die für die jeweilige Quelle relevanten Bedienelemente bereit:
- Pan – positioniert die Quelle zwischen dem linken und rechten Kanal des ausgewählten Mixes.
- Stereo/Mono – verknüpft benachbarte Kanäle bei der Arbeit mit einer Stereoquelle.
- Solo (S) – hört den ausgewählten Kanal ab und schaltet andere nicht solo geschaltete Mixer-Kanäle stumm.
- Mute (M) – entfernt den Kanal aus dem ausgewählten Monitor-Mix.
- Meter – zeigt den Signalpegel und Clipping an.
- Polarity – kehrt bei Bedarf die Signalpolarität um 180° um.
- Fader – stellt ein, wie viel dieser Quelle an den ausgewählten Mix gesendet wird. Oberhalb von Unity stehen bis zu +6 dB Monitoring-Gain zur Verfügung.
Analoge Eingänge 1–8
Über die acht analogen Eingangskanäle können Mikrofon-, Line- und Instrumenteneingänge des EVO 16 mit niedriger Latenz abgehört werden.
Informationen zu Hardware-Gain, Smartgain, Instrument Mode und Phantomspeisung finden Sie unter Eingangssteuerung und Smartgain.
Digitaleingänge
Die Digitaleingangskanäle empfangen Audio von den optischen Eingängen des EVO 16. Die verfügbare Kanalzahl hängt vom ausgewählten ADAT- oder S/PDIF-Format und der aktuellen Sample-Rate ab.
Informationen zu optischen Formaten, Kanalzahlen und Clocking finden Sie unter Optische Ein-/Ausgänge und Clocking.
DAW-Returns
Die DAW-Return-Kanäle empfangen Wiedergabe vom Computer. EVO 16 bietet mehrere DAW-Return-Paare, sodass Computerwiedergabe unterschiedlich in Main Mix und Cue Mixes gemischt oder an Hardware-Ausgänge geroutet werden kann.
Main Mix und Cue Mixes
EVO 16 bietet einen Main Mix sowie Cue A, Cue B, Cue C und Cue D.
Verwenden Sie den Main Mix für die primäre Monitorbalance. Cue Mixes bieten bis zu vier unabhängige Mischungen für Performer, Kopfhörer, zusätzliche Ausgangs-Feeds oder andere Routing-Aufgaben.
Wenn ein Cue Mix ausgewählt ist, können seine Fader und sein Master-Pegel unabhängig von den anderen Mixes eingestellt werden. Cue Mixes können außerdem umbenannt werden, um größere Sessions übersichtlicher zu machen.
Monitorsteuerung
Der Mixer bietet unter anderem folgende Monitorfunktionen:
- TB – Talkback
- Mono – summiert das Monitorsignal auf Mono
- ALT – schaltet den Main Mix auf die als alternative Lautsprecher zugewiesenen Ausgänge um
- Dim – reduziert den Monitorpegel um den konfigurierten Betrag
- Cut – schaltet das Monitorsignal stumm
Monitoring-Funktionen können außerdem der F-Taste des EVO 16 zugewiesen werden. Die Belegung auf der Vorderseite finden Sie unter Motion UI und Hardware Settings.
System Panel
Öffnen Sie das System Panel im Mixer über Settings oder View > Show System Panel.
Das System Panel enthält die digitale Konfiguration des EVO 16, Clocking, Monitor-Einstellungen, Ausgangs-Routing und Talkback-Einstellungen.

Formate der digitalen Ein- und Ausgänge
Jeder optische Ein- und Ausgang kann für ADAT oder optisches S/PDIF konfiguriert werden.
Die Clock Source kann auf die interne Clock des EVO 16 oder auf ein gültiges Signal an einem der beiden optischen Eingänge eingestellt werden. Bei Auswahl einer externen Quelle wird außerdem der Clock-Status angezeigt.
Lesen Sie Optische Ein-/Ausgänge und Clocking, bevor Sie optisches Format oder Clock Source ändern.
Mono-, Dim- und ALT-Einstellungen
Das System Panel bietet außerdem Einstellungen für:
- das Lautsprecherziel, das im Mono-Modus verwendet wird;
- die Pegelabsenkung durch Dim;
- den Pegel-Trim des alternativen Lautsprecherpfads.
Ausgangsrouting
Die Routing Matrix bestimmt, welcher Mix oder Computer-Ausgangspfad die analogen und digitalen Ausgänge des EVO 16 speist.

Verfügbare Routing-Quellen sind unter anderem:
Main Mix
Sendet den Main Mix des EVO Mixer an den ausgewählten Ausgang. Dies ist die normale Auswahl für die primären Monitorausgänge.
ALT
Sendet den Main Mix bei aktivem ALT-Monitoring an den ausgewählten Ausgang. Verwenden Sie dies, um den Monitorpfad auf einen zweiten Lautsprechersatz umzuschalten.
Cue A–D
Sendet den ausgewählten Cue Mix an diesen Ausgang. Dies ist nützlich für unabhängige Performer-Mixe, Kopfhörer-Feeds und benutzerdefiniertes analoges oder digitales Ausgangs-Routing.
Beispielsweise kann Headphone 1 Cue A und Headphone 2 Cue B zugewiesen werden, um zwei unabhängig ausbalancierte Performer-Mixe bereitzustellen.
DAW THRU
Routet den entsprechenden Computer-Ausgang direkt an den Hardware-Ausgang und umgeht dabei den EVO Mixer-Pfad.
DAW THRU umgeht den Mixer und die Lautstärkeregelung des EVO 16 für diesen Ausgang. Das Signal kann daher mit vollem Pegel ausgegeben werden. Verwenden Sie DAW THRU nicht zum Speisen aktiver Lautsprecher, sofern sich nicht eine geeignete andere Pegelregelung im Signalweg befindet.
DAW THRU ist für die Kopfhörerausgänge nicht verfügbar.
Talkback
EVO 16 kann entweder einen Eingang im EVO System oder ein separates, mit dem Computer verbundenes Audiogerät als Talkback-Quelle verwenden.
Interne Talkback-Quelle
Ein analoger oder digitaler EVO Eingang kann Talkback zugewiesen werden. Bei Zuweisung wird dieser Mixer-Kanal zum Talkback-Kanal.
Externe Talkback-Quelle
Ein separates, dem Computer zur Verfügung stehendes Gerät, beispielsweise ein USB-Mikrofon, kann als Talkback-Quelle ausgewählt werden. Das externe Talkback-Signal erscheint im Mixer auf PC/Mac Output 10.
Talkback wird an die Cue Mixes gesendet, während der Main Mix unbeeinflusst bleibt. Heben Sie den Talkback-Kanal in jedem Cue Mix an, der ihn empfangen soll.
Talkback kann im Mixer geschaltet oder der F-Taste auf der Vorderseite zugewiesen werden.
Fernsteuerung der Mikrofonvorverstärker
Die analogen Vorverstärker des EVO 16 können über den EVO Mixer gesteuert werden.
- Öffnen Sie View.
- Wählen Sie Show Mic Pre Controls.
- Verwenden Sie den Gain-Regler an jedem analogen Eingang, um den entsprechenden EVO 16 Vorverstärker einzustellen.
- Verwenden Sie 48V, um die Phantomspeisung für diesen Eingang bei Bedarf zu aktivieren oder zu deaktivieren.

Aktivieren Sie Phantomspeisung nur, wenn das angeschlossene Mikrofon oder Gerät sie benötigt.
Mixer-Konfiguration speichern
Die Mixer-Einstellungen des EVO 16 können für einen späteren Abruf gespeichert werden.
- Öffnen Sie File > Save.
- Geben Sie einen Namen für die Konfiguration ein.
- Speichern Sie die Konfiguration.
Um eine Einrichtung auf einen anderen Computer zu übertragen, verwenden Sie die Option der EVO Anwendung zum Exportieren der Mixer-Einstellung in eine Datei.
Mixer-Konfiguration öffnen
Gespeicherte Konfigurationen können über das Menü File > Open erneut geöffnet werden.
So laden Sie eine als Datei gespeicherte Mixer-Konfiguration in der aktuellen EVO Anwendung:
- Öffnen Sie File > Open.
- Wählen Sie Open Mixer Configuration From File.
- Wählen Sie die gewünschte .XML-Konfigurationsdatei.
Standalone State speichern
EVO 16 kann seine aktuelle Softwarekonfiguration für den Betrieb ohne Host-Computer speichern.
- Konfigurieren Sie Mixer, digitale Ein-/Ausgänge, Ausgangs-Routing und Talkback wie gewünscht.
- Öffnen Sie Setup.
- Wählen Sie Store Standalone State.
Die aktuelle Konfiguration wird im EVO 16 gespeichert und beim Einschalten des Geräts ohne Computer abgerufen.
Wenn EVO 16 anschließend mit einem Computer verbunden wird, übernimmt die Konfiguration der EVO Anwendung die Steuerung, bis das Interface wieder ausgeschaltet wird.
Nächste Schritte
Fahren Sie mit Audio Loopback fort, um ein Computer-Ausgangspaar, den Main Mix oder einen Cue Mix in Aufnahme- oder Streaming-Software zu routen.